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Ziel: Verbesserung von Gesundheit und Einkommen durch
- den Anbau neuer Pflanzen,
- den Anbau hochwertigerer Pflanzen,
- Ermöglichen einer zusätzlichen Ernte Durchführung:
- Kontaktaufnahme durch die Bevölkerung
- Evaluation durch NGO
- gemeinsame Planung mit Dorfbevölkerung
- Einrichtung eines dörflichen Managements
- Einrichtung eines Fonds zur Instandhaltung Ergebnisse:
- wenige System funktionieren zumindest teilweise noch
- das Einkommens der angeschlossenen Bauern hat sich verbessert
- die Vielfalt an angebauten Obst und Gemüse hat zugenommen
- eine dritte Ernte ist teilweise möglich
- viele Bewässerungssysteme funktionierten nur kurzfristig wegen:
- Zerstörungen durch Erdrutsche, Diebstahl, soziale Unruhen
- Missmanagement durch die Bevölkerung
- Mangelnde Betreuung durch lokale NGO und Geldgeber
- Instandsetzung und Ausbau des Systems in wenigen, ausgesuchten Dörfern unter Berücksichtigung der gemachten Erfahrungen
Bewässerungsprojekte
Schwerpunktmäßig im Rasuwagebiet nördlich von Kathmandu hat die Nepalhilfe
einige Projekte zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen durchgeführt. Dies
geschah in Zusammenarbeit mit der lokalen NGO Deprosc.
Ziel war es durch
die Bewässerung die Vielfalt der angebauten Pflanzen zu erweitern und eventuell
eine zusätzliche Ernte zu ermöglichen. Damit sollte über den Anbau neuer
Gemüse- und Obstsorten das Einkommen und die Gesundheit der Bewohner verbessert
werden.
Gemäß dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe war es erforderlich, dass eine
Dorfgemeinschaft, an unsere Partnerorganisation Deprosc mit der Bitte um
Installation eines Bewässerungssystems herantrat. Diese begutachtete die
örtlichen Begebenheiten und erstellte mit der Dorfgemeinschaft ein Konzept zur
Errichtung und Wartung des Bewässerungssystems, denn die Dorfgemeinschaft,
verlegte in Eigenleistung das Rohrsystem und ist für die anschließende Pflege
und Instandhaltung verantwortlich. Um dies zu ermöglichen, stand einerseits
Deprosc als Ansprechpartner mit der notwendigen Sachkenntnis und Erfahrung zur
Verfügung, andererseits war es vorgesehen, dass te jeder Haushalt einen
monatlichen Obulus aufbrachte, von dem die anfallende Reparaturkosten bezahlt
wurden. In einigen Projekten war mit diesem Obulus auch der Aufbau eines
Mirkofinanzsystems verbunden, das ebenfalls von der Dorfgemeinschaft verwaltet
werden sollte.
Die bewässerte Fläche lag in der Regel in der Größenordnung von 30ha,
angeschlossen waren 30-50 Familien. Das Wasser stammt aus Quellen weit oberhalb
des Dorfes, um einen ausreichenden Wasserdruck zu gewährleisten, wobei jeweils
nur ein geringer Teil des Wassers aus dem Bach entnommen wird, um eine Störung
des Ökosystems zu vermeiden. Über Sammelbecken und Druckausgleichskammern wird
das Wasser in die Felder geleitet, wo in regelmäßigen Abständen
Wasserzapfsäulen vorhanden sind. Es ist wiederum an der Dorfgemeinschaft für
eine gerechte und ausgeglichene Nutzung der Zapfstellen zu sorgen. Die
Endgeräte, Schläuche oder Sprenger schafft der jeweilige Bauer selbständig
an.
Eine Evaluation des Projektes im Jahr 2010 ergab, dass ein großer Teil der etwa
15 Bewässerungssysteme nicht oder nur noch in Teilen funktionierte. Dies hatte
unterschiedliche externe und interne Gründe. Aufgrund der sehr steilen und fast
vollständig terrassierten Hänge kam es in einigen Projekten während der
Regenzeit zu Erdrutschen, die das System zerstörten. Auch die politische
Situation, die Unruhen durch die Maoisten, aber auch gezielter Diebstahl von
Rohren und Zapfhähnen teilweise durch Dorfbewohner selber waren Ursachen die
zur Zerstörung der Systeme führten. Die Dorfgemeinschaft sah sich in einem
politischen Klima in dem das Recht des Stärkeren galt, nicht in der Lage die
Übeltäter zur Rechenschaft zu ziehen. Hinzu kam, dass sicher auch die Betreuung
der Projekte durch die beteiligten Organisationen unzureichend war. Es fehlten
Mediatoren für den Konfliktfall, außerdem wurde die Einrichtung eines Fonds zur
Instandhaltung zwar gefordert, aber nicht in ausreichendem Maße begleitet.
In Gesprächen mit der Bevölkerung zeigten nur wenige Dörfer Interesse an einer
Wiederaufnahme des Projektes. Interessiert waren jedoch die Dörfer, in denen
das Bewässerungssystem zumindest in Teilen noch funktionierte. Hier zeigte
sich, dass die gesetzten Ziele der Einkommens- und Nahrungsverbesserung
erreicht wurden. Dadurch waren die Familien die nicht mehr oder noch nie an das
System angeschlossen waren, sehr motiviert ebenfalls Anschluss an das
Bewässerungssystem zu erhalten. In einem Dorf wurde das Bewässerungssystem von
einer anderen Organisation bereits für den Betrieb einer Getreidemühle
erweitert.
In den beschriebenen Dörfern wird nun das Projekt wieder aufgenommen,
allerdings ist, auch aufgrund einer Umstrukturierung in der Nepal Hilfe Aachen
in Nepal, eine engere Betreuung der Projekte möglich.