


- 5-12.000 Mädchen werden jährlich in die Prostitution gezwungen
- 200.000 nepalesische Mädchen leben in indischen Bordellen
- 75-80% der aus der Prostitution befreiten Mädchen sind HIV positiv
- Laut einer ILO-Studie sind 30% der Prostituierten in Kathmandu Kinder
Kinderprostitution
Unzählige Mädchen und Frauen werden jedes Jahr in die Zwangsprostitution
verschleppt. Häufig werden von organisierten Schlepperbanden lukrative
Arbeitsplätze als Zimmermädchen oder Haushaltshilfe versprochen. Menschenhandel
ist zu einem Geschäft geworden. Ein Menschenhändler bekommt umgerechnet 450 bis
750 ¿ für ein nepalesisches Mädchen zwischen 8-12 Jahren. Unvorstellbar
unmenschlich werden innere Widerstände gebrochen, Persönlichkeiten zerstört.
Nach einer im November 2005 erschienenen Studie alleine jährlich 10.000 bis
15.000 Mädchen aus Nepal. Zwischen 75 und 80 % aller Mädchen sind nach sechs
Monaten HIV/Aids infiziert. Die von der Nepal-Hilfe Aachen e.V. unterstützte
Rescue Foundation hat in den viele Mädchen aus Sklaverei und Zwangsprostitution
befreit und von Mumbai nach Nepal zurückgebracht. Die Mädchen wurden auf der
langen Fahrt begleitet und zuverlässig der Obhut von Maiti Nepal in Kathmandu
übergeben.
Seit 2006 hat die Nepal Hilfe Aachen die Unterstützung dieses
Projektes in andere Bahnen gelenkt. Nicht mehr die Finanzierung der
Rückführungsaktionen steht nun im Mittelpunkt der Kooperation, sondern die
Einrichtung eines Rehabilitationszentrums in Lalonde Boizar, etwa 4 Stunden
Autofahrt von Mumbai entfernt. Dieses Projekt wurde von Heinz Reiter initiiert und weiterhin geführt.
Grund für den Strategie-Wechsel war die
Tatsache, dass das Auffanglager in Mumbai zu klein wurde und dringend
Entlastung geschaffen werden musste und die Erkenntnis, dass viele befreite
Mädchen vor Antritt einer strapaziösen Reise zunächst medizinische Betreuung
brauchen.
Es entstand daher die Idee eines Rehabilitationszentrums mit Krankenstation,
Nutzgarten und handwerklichen Einrichtungen. Es soll ein Ort werden, an dem
Kinder und junge Frauen wieder Vertrauen in das Leben finden und zur Ruhe
kommen können. Ein Ort, an dem sie medizinisch, psychisch und sozial versorgt
werden und der ihnen Möglichkeiten bietet, ein eigenständiges Leben zu
beginnen.
Das 26.000 qm große Grundstück grenzt an den Fluss Syria. Eine 150 m lange
Zufahrtsstraße musste errichtet werden. Das Grundstück musste durch eine
Zaunanlage gesichert werden. Stromleitungen mussten verlegt werden. Zwei 70 m
tiefe Tiefbrunnen mussten gebohrt werden. Drei Wassertürme mit 15.000 Litern
Wasser mussten erbaut werden. Ein Bewässerungssystem für 420 Obstbäume musste
hergestellt werden. Ein großes Wasserauffangbecken musste errichtet werden.
Bungalows für Mitarbeiter und Büros mussten erstellt werden. Eine 300 qm große
Gemeinschaftshalle für gemeinschaftliche Aktivitäten entstand. Eine Küche mit
einer großen Solarkochstelle wurde im Herbst 2006 fertig. Ein Krankenhaus
sollte von der Nepal-Hilfe Aachen e.V. finanziert werden. Doch dann geriet das
Projekt wegen fehlender Baugenehmigungen ins Stocken, so dass das Krankenhaus
bis heute nicht gebaut werden konnte. Nichts desto trotz erfolgte die
Einweihungsfeier und wenig später auch der Bezug des Zentrums im März 2007.
Um den komplexen Krankheitsbildern und Traumatisierungen der Bewohner gerecht
zu werden, bedarf es jedoch neben einer geschützten Wohnsituation auch einer
ausgiebigen und fachkundigen psychologischen Betreuung. Um dies zu
gewährleisten fand sich in der Peter Ustinov Stiftung ein engagierter Partner
und Geldgeber. Ein fachlich qualifiziertes und beruflich erfahrenes Ehepaar
wurde gewonnen, um für 2 Jahre in dem Zentrum die notwendigen Strukturen
aufzubauen und lokale Fachleute in die Arbeit einzubeziehen. Leider scheiterte
auch dieses Vorhaben an formellen und uns nicht nachvollziehbaren
Schwierigkeiten bei der Gewährung entsprechender Visa.