Dorfentwicklung-Handwerk

Naturfasern
Erwerbsquelle - Naturfasern aus Bananen, Bambus, Leinen oder Allo - einer nepalischen Pflanzenart - lassen sich feine Naturfasern gewinnen, die zu Textilien verarbeitet werden können. Diese Rohprodukte werden fast überall in Nepal traditionell angebaut und genutzt. In Kooperation mit der Kunsthandwerklichen Vereinigung Nepals entsteht ein Projekt in Lamjung und Bandipur in dem 200 Frauen in der Herstellung und Verarbeitung solcher Naturfasern ausgebildet werden. Zurückgreifend auf die Marktkenntnis der Handwerkervereinigung werden neben den traditionellen auch solche Produkte und Designs entwickelt, die für den Export tauglich sind. In den ersten Jahren übernimmt die Handwerkservereinigung eine Absatzgarantie und eröffnet Absatz- und Exportmärkte, die dann von den Frauen selbständig und auf Dauer genutzt werden können.
Der Rotary Club Patan übernimmt die Kontrolle des Projektes und steht uns in gewohnter Weise als Ansprechpartner und Informationsquelle zur Verfügung.

Sanddornschulen in Mustang
In Mustang wurden auf Vermittlung von Frau Wess Experten in der Anpflanzung und Pflege der traditionell genutzten Sanddornbüsche ausgebildet. Damit sollen in Sanddorn-Baumschulen Pflanzen herangezogen werden, die nach ihrer endgültigen Verpflanzung ihre wertvollen und vitaminreichen Früchte liefern sollen. Sanddorn wird in der traditionellen Medizin genutzt, spielt aber auch in Form von Saft eine wichtige Rolle als Lieferant für Vitamin C. Wer in den Bergregionen Nepals unterwegs ist, ist sicher schon öfter in den Genuss dieses Getränkes gekommen.

Heilkräuteranbau in Mustang
Das legendenumwobene Mustang, heute auf nepalischen Gebiet jenseits der Himalayariesen , war eines von drei Königreichen, das den indischen Subkontinent vom tibetischen Hochplateau trennte. Einige der letzten tibetischen Könige zogen sich nach Mustang zurück, begründeten hier eine neue Herrscher Dynastie und konnten ihre altüberlieferten Traditionen teilweise bis in die Gegenwart bewahren. Dr. Tashi Choezang, einer der letzten bedeutenden Ärzte der traditionellen tibetischen Medizin (Amchi) aus Lo Mantang, der mittelalterlichen Hauptstadt Mustangs, hat seinen beiden Söhnen eine klassische medizinische Ausbildung zuteil werden lassen, die diese mittlerweile weitergeben. In den letzten Jahren war darüberhinaus zu beobachten, dass der unerlaubte Handel mit von Aussterben bedrohten Heilpflanzen enorm zugenommen hat. Des Weiteren hat sich die Nachfrage aus Indien und China für viele der aus Nepal stammenden Arzneipflanzenarten derartig erhöht, dass in einigen Regionen des Himalaya bestimmte Heilpflanzen inzwischen ausgestorben sind. Es ist den Menschen nicht zu verdenken, dass sie sich aus dem Verkauf von Heilkräutern eine weitere Einnahmequelle erschließen möchten, doch ist es dringend erforderlich, dem Aussterben von Pflanzen vorzubeugen. Im Sommer 1999 entschloss sich die Nepalhilfe Aachen das Projekt zu fördern. Inhalt dieser Förderung ist die Sicherung der traditionellen Kenntnisse der Amchi-ärzte, aber auch die Einkommenssteigerung und Nachwuchsförderung, damit das unkontrollierte Sammeln von Heilkäutern in der Bergwelt des Himalaya verhindert wird. In Lo Mantang wurde von der Nepalhilfe Aachen ein Grundstück gekauft, auf welchem inzwischen 11 verschiedene Heilkäuter domestiziert werden. Die Zahl der Amchi-Studenten stieg auf über 20. 25 Amchi-Studenten, 4 Lehrer und ein Assistent können in den harten Wintermonaten oberhalb des Phewa-Sees von Pokhara in Simle ein festes Haus bezeihen und auch in dieser Zeit ihre Studien ohne Unterbrechung fortsetzen, was in der langjährigen Ausbildungszeit von allergrößter Bedeutung ist. Das Haus wurde von HimalAsia gebaut und wird betreut von Dzongsar Ngari Things Rinpoche. Wir wurden gebeten uns bei der Einrichtung des Hauses zubeteiligen und finanzierten die gesamte Kücheneinrichtung und 30 Betten mit Matratzen und Decken. Neben dieser Schule wird eine Amchi-Klinik für die lokale Bevölkerung eingerichtet, die während der Sommermonate betrieben wird, so dass das Haus ganzjährig genutzt wird. Die lokale Bevölkerung, vornehmlich Gurungs, sind von der Idee begeistert, da diese Region mediznisch unterversorgt ist.