Gesundheit - Blinde

Braille without borders

Die Aktivitäten von Sabriye Tenberken und ihrer Organisation "Braille without borders" hat sich mittlerweile einen Namen gemacht.
In mehreren Fernseh- und Buchdokumentationen wird von der Arbeit in Tibet berichtet.
Wir dürfen daher für weitere Hintergrundinformationen auf die entsprechenden Quellen verweisen und geben hier nur einen kurzen Abriss unserer Kooperation. 
Das Kernprojekt der Organisation ist die Schule für Blinde Kinder in Lhasa. Darum herum hat sich in den letzten Jahren ein weitverzweigtes Netz weiterer interessanter Projekte entwickelt.

Zu nennen sind hier sicherlich die Massageschule und -praxis, in der Blinden Menschen eine Möglichkeit zum Lebensunterhalt eröffnet wird.
Viele Lhasa Touristen sind sicher schon in den Genuss dieser Behandlung gekommen. 

Ein weiteres Projekt ist die Farm in Shigatse. Das 50ha große Gelände war ursprünglich die Sommerresidenz des Panchen Lama und wurde anschließend von der Volksbefreiungsarmee genutzt, bevor es Frau Tenberken 2002 pachten konnte. Seither entstand hier ein landwirtschaftlicher Ausbildungsbetrieb.
Neben den Kernprodukten der Landwirtschaft wie Getreide, Gemüse, Milch und Fleisch entstanden weitere Produktionslinien, eine Käserei nach holländischem und schweizerischen Vorbild und eine Bäckerei.
Auf dem Gelände entstanden außerdem eine Kompostanlage sowie kleinere handwerkliche Betriebe zur Wollverarbeitung: Stricken und eine Teppichknüpferei.

Die Nepal-Hilfe Aachen hat zwei kleine und zwei große Häcksler und weitere Materialien für die Trainingsfarm finanziert. 
Inhaltlich verbunden, aber räumlich weit getrennt ist das zweite große Projekt der Organisation Braille without borders, das "Internationale Institute Social Entrepreneur (IISE)", das 2008 in Kerala, Indien startete.
Ziel dieses Projektes ist es Blinden, die sich bereits in sozialen Projekten engagieren das Rüstzeug zur Planung und Leitung eines eigenen Projektes an die Hand zu geben.
Die Ausbildung der Blinden ist eine Reise zur Stärkung der eigenen Fähigkeiten, zur Entwicklung von Ideen und zur Ausarbeitung von Methoden, um diese Ideen auch zu realisieren.
11 Monate dauert die Ausbildung:
1. Austausch der unterschiedlichen Zielsetzungen
2. Kommunikation, PR, Medienumgang, Reden halten
3. Erkennen und besprechen kultureller Hintergründe und Traditionen, Auseinandersetzung mit sozialen, politischen und Umweltbewegungen, Management-Training und Leitungsfunktion
4. Praktika in unterschiedlichen Projekten, Evaluation
5. Vorbereitung auf die Realisierung der eigenen Ideen und Vorstellungen
6. Abschlussarbeit.
Teilnehmen an diesem Kurs können Blinde aus der ganzen Welt, die bereits Erfahrung in der Führung eines Projektes haben. Sie werden von einem Expertengremium geprüft und schließlich zur Ausbildung zugelassen oder abgelehnt.
Die Nepal Hilfe Aachen hat 2010 und 2011 jeweils einen Schüler aus Nepal finanziert.  Khom Ray Sharma hat das Curriculum bereits durchlaufen und kann nun auf fundierte Kenntnisse bauend, sein Projekt eines Inclusion Empowerment Centres Nepal in Pokhara weiterführen. Das Inclusion Empowerment Centres liegt nahe der Universität in Pokhara und führt 25 blinde Studenten der Universität in die Nutzung des Computers ein, 8 weitere lernen zunächst Englisch.
Der Unterricht in dem Centre orientiert sich an den Vorlesungen und Anforderungen der Universität und erleichtert den Studenten damit die Teilnahme an dem regulären Vorlesungsbetrieb.  Auch dieses Projekt hat die Nepal-Hilfe Aachen mit einer Anschubfinanzierung unterstützt.