Gesundheit - Rollstühle

Das Projekt im Überblick: 

Ziel:    

  • Verbesserung der Lebensqualität körperlich behinderter Menschen
  • Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Bevorzugung lokal hergestellter Produkte Durchführung:
  • Bereitstellung von Hilfsmitteln (Rollstühle, Dreiräder, Krücken, Schuhe, Blindenstöcke)
  • Krankengymnastische Betreuung einzelner Patienten
  • Gezielte Schulung des Empfängers und seiner Angehörigen zur Nutzung des Hilfsmittels
  • Ausbildung eines Netzwerkes zu anderen NGOs zur weiteren Verteilung der Hilfsmittel 

Ergebnisse:

  • Über 1.000 Rollstühle wurden gefertigt und verteilt
  • Vielen Empfängern wurde der Besuch einer Schule oder Arbeitsstelle ermöglicht
  • Das Verteilernetzwerk erstreckt sich mittlerweile über ganz Nepal

Aktuelle Projektaktivitäten:

  • Im Jahr 2011 wurde die 11. Projektphase gestartet
  • In jeder Phase werden etwa 120 Hilfsmittel verteilt

Das Rollstuhlprojekt besteht seit dem Jahr 1999 als Kooperation mit der nepalischen NGO Commmunity Workers Society, kurz CWS.
Es hat sich seither den Veränderungen im Land und den Bedürfnissen der Zielgruppen stets angepasst und gewandelt.  Ziel dieses Projektes ist es, Menschen mit Behinderungen Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, die an ihre speziellen Bedürfnisse angepasst sind und dadurch die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern, ihnen einen Schulbesuch oder eine Erwerbstätigkeit zu ermöglichen.  In den ersten Jahren des Projektes lag der Fokus auf der Herstellung von Rollstühlen in Nepal durch speziell geschulte Arbeitskräfte. Dadurch sollten lokale Arbeitsstellen geschaffen werden und Rollstühle hergestellt werden, die sich einfach reparieren ließen und die den Bedürfnissen der Empfänger auch insbesondere in den geographisch schwierigen Regionen Nepals angepasst waren. Außerdem wurden weitere Hilfsmittel wie orthopädische Schuhe, Blindenstöcke, Gehhilfen und ähnliches aus lokaler Fertigung an die Empfänger vermittelt.  Im Verlaufe des Projektes wurde immer klarer, dass allein mit der Verteilung von Hilfsmitteln die Empfänger nicht ausreichend versorgt wurden. Daher wurde eine Hilfsergotherapeutin ausgebildet, die zunächst einzelne Patienten teils über Jahre hinweg physiotherapeutisch betreute. Dieser Ansatz, obwohl im Einzelfall ein Segen wurde verlassen, da bei einem Besuch in Nepal viele Patienten mit Druckgeschwüren durch eine falsche Nutzung der Rollstühle auffielen. Seither konzentriert sich Ina darauf den Empfängern den korrekten Gebrauch sowie einige krankengymnastische Übungen zu zeigen, die sowohl der Verbesserung der Mobilität als auch der Vermeidung von Folgeschäden durch die Hilfsmittel dienen. Auf vielfachen Wunsch der Empfänger wurden Fertigung von Rollstühlen in Nepal verlassen und statt dessen auf die Verteilung importierter Modelle umgeschwenkt. Begründet wurde dieser Wunsch durch das deutlich geringere Gewicht der importierten Rollstühle, die höhere Wendigkeit und Flexibilität. Da große Mengen Rollstühle in das Land gelangen, gibt es ausreichend Ersatzteile und Nachschub um auch diese Rollstühle zu reparieren und zu pflegen.  Lediglich im Terrai, wo breite, ebene Wege eine Fortbewegung im Rollstuhl auch über größere Distanzen erlauben werden noch lokal gefertigte, dreirädrige Rollstühle verteilt. Zur Verteilung der Hilfsmittel hat sich über die Jahre ein Netzwerk zu anderen Organisationen und Einrichtungen gebildet, so dass wir mittlerweile jeden Distrikt Nepals mit unseren Hilfsmitteln erreichen.  Mit Finanzierung durch die Peter Ustinov Stiftung haben wir in den letzten Jahren 1000 3- und 4-rädrige Rollstühle in Nepal gebaut und verteilt. 


Berichte von einigen Empfängern:

Dipesh ist ein 22 Jahre junger Mann aus Kathmandu. Über viele Jahre behandelte Ina den mehrfach behinderten Jungen. Er kann inzwischen einen dicken Farbstift halten und benutzen. Er kann seine Beine strecken und die Knie anziehen. Ja, er kann sogar - abgestützt an einer Wand - stehen. Jetzt sind die nächsten Ziele: selbst in den Rollstuhl zu gelangen und auch den Rollstuhl wieder zu verlassen.
Auch hofft Ina zu erreichen, dass Dipesh sich länger bei einem Gespräch mit ihm konzentrieren kann. 

Pramod Maharjan aus Lalitpur ist 37 alt. Er ist ein Polio-Opfer und hat 2001 und 2005 von uns einen Rollstuhl erhalten. Durch geschädigte Muskelzellen fällt es ihm sehr schwer, zu stehen. Aber durch unseren Rollstuhl kann er einen kleinen Gemüseladen in Lalitpur betreiben. Auf 4 Rädern ist er recht mobil. Die Eltern und ein Bruder von Pramod unterstützen ihn dabei, durch verschiedene Übungen die Post-Polio-Symptome zu bekämpfen. 

Sita Atikari aus Trisuli ist eine 29 Jahre junge Frau. Durch ein Bombenattentat vor 4 Jahren verlor sie ihr rechtes Bein und ein Auge. Durch 3 Operationen und eine künstliche Prothese kann sie sich wieder bewegen. Sita erhielt vor 2 Jahren durch uns einen Rollstuhl. Langsam verliert sie ihren Schrecken an dem furchtbaren Attentat und kümmert sich auch wieder um ihre kleine Tochter.
Jetzt bemüht sich Ina darum, ihr eine bessere Sitzposition im Rollstuhl anzutrainieren und dann will sie versuchen, kleine Stücke mit Sita zu gehen, damit sie lernt, mit ihrem künstlichen Bein besser umzugehen. 

Krishna Raj Tiwari ist ein 22 Jahre junger Mann aus Kathmandu. Auch er ist ein Opfer der Kinderlähmung. Beschädigte Muskeln und Nerven verhindern, dass seine Beine ihm gehorchen.
2002 erhielt er von uns Krücken. Vorher konnte er nur auf dem Boden kriechen. Durch die Krücken wurde es möglich, die Schule zu besuchen.
Das wiederum ließ seine Familie Hoffnung schöpfen. Er fand Unterstützung und entwickelte Selbstvertrauen. Jetzt ist er auf einem wirklich guten Weg.